3 Minuten für die Jungen

Die EKKJ publiziert jeweils anlässlich der Session des Schweizer Parlaments eine Stellungnahme, das „3 Minuten für die Jungen“. Darin gibt sie einen knappen aber prägnanten Einblick in ein kinder- bzw. jugendrelevantes Thema, das in der aktuellen Session behandelt wird. Die Themen, die in einem 3 Minuten behandelt werden, sind vielfältig und betreffen u.a. Fragen des Kindesschutzes, der Kinder- und Jugendpolitik, der Prävention sowie kinderrechtliche Fragen. 

Die “3 Minuten für die Jungen” erscheinen in deutscher, französischer und italienischer Sprache. Auf der ist das Programm etwa 2 Wochen vor Sessionsbeginn abrufbar.

Themen:

Aktuelle Ausgaben


Mit dem Velo zur Schule fahren aktiv fördern

  • Die EKKJ unterstützt die Velo-Initiative (17.051), die den Verfassungsartikel über die Fuss- und Wanderwege mit Bestimmungen zur Veloförderung ergänzen will. Die EKKJ unterstützt auch den Gegenentwurf. Für viele Kinder und Jugendliche ist es nicht mehr selbstverständlich, den Schulweg zu Fuss oder mit dem Velo zurückzulegen. Die EKKJ ist der Meinung, dass es eine proaktive und koordinierte Politik des Bundes und der Kantone braucht, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Den Status der vorläufigen Aufnahme an die Realität anpassen

  • Die vorläufige Aufnahme ist nicht mehr zeitgemäss. Viele in der Schweiz vorläufig aufgenommene Menschen leben hier längst nicht mehr nur vorübergehend. Es braucht dringend Massnahmen, um gegen die prekären Bedingungen vorzugehen, in denen diese Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – leben. Die EKKJ empfiehlt Ihnen, die Motion 17.3270 der SPK-NR anzunehmen, die dies fordert.

Das Engagement für die Allgemeinheit würdigen

  • Die EKKJ setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass jede Form von Dienst zum Wohle der Bevölkerung gefördert und anerkannt wird. Sie empfiehlt Ihnen daher, die Motion 17.3006 der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats abzulehnen. Die Motion erhöht die Attraktivität des Militärdienstes in keiner Weise. Sie setzt den Wert des Zivildienstes herab und bestraft überdies Personen, die sich nach begonnenem Militärdienst für eine andere Dienstform entscheiden.

Solide Grundlagen für eine effiziente politische Bildung

  • Um sich politisch einzubringen, benötigen Jugendliche in der Schweiz eine solide politische Bildung. Nur so können sie ihre Rolle als Bürgerin oder Bürger gut informiert wahrnehmen. Die EKKJ empfiehlt deshalb die Annahme des Postulats Caroni "Eine umfassende Strategie für die politische Bildung in der Schweiz" (16.4095).

    Dessen Umsetzung würde einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der politischen Bildung bedeuten und letztlich zu einer besseren politischen Partizipation aller Bürgerinnen und Bürger beitragen.

Frühere Ausgaben

2016

Sexuelle Gewalt gegen Kinder besser bekämpfen mit einer an potenzielle Täter gerichteten Prävention

Melderecht und Meldepflicht: eine pragmatische Lösung, um Kinder besser vor Misshandlung zu schützen

2015

  • Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) hat die in der Schweiz lebenden Jugendlichen, die 2015 volljährig wurden, zu aktuellen sozialpolitischen Themen befragt. Die Ergebnisse der Umfrage «Ich und meine Schweiz» sowie die Empfehlungen der EKKJ liefern zahlreiche Anregungen, wie die Bedürfnisse der Jugendlichen besser berücksichtigt werden können.
  • Zum Abschluss dieser Legislatur hat die EKKJ drei besonders sprechende Zahlen für Sie zusammengestellt, die aus einer breiten kriminologischen Untersuchung und einer Umfrage der EKKJ bei 17-jährigen Jugendlichen stammen . Können wir aufgrund der Studienresultate zuversichtlich in die Zukunft blicken, oder stehen uns mit den Jugendlichen immer schwierigere Zeiten bevor? Testen Sie Ihr Wissen und urteilen Sie selbst...
  • Mit ihrem Titel suggeriert die Initiative (14.092), Kinder zu schützen. Die Annahme des Volksbe-gehrens würde aber das Gegenteil bewirken: durch das faktische Verbot der Sexualpädagogik in der Schule blieben vielen Kindern ihre Informations-, Schutz- und Förderrechte verwehrt. Die EKKJ empfiehlt deshalb die Initiative „Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule“ zur Ablehnung.

2014

  • Die EKKJ hat vor Kurzem ihren neusten Bericht „Selbstbestimmt oder manipuliert? Kinder und Jugendliche als kompetente Konsumenten“ veröffentlicht. Sie thematisiert darin den Förder- und Schutzbedarf von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Konsumentinnen und Konsumenten. Das Schlussergebnis des Berichts beinhaltet 6 politische Forderungen. Die wich-tigsten davon sind: Kinder vor schädlicher Werbung schützen, Konsumkompetenzen fördern und strukturelle Schuldenfallen beseitigen.
  • Am 8. September behandelt der Nationalrat das Postulat der WBK-NR (14.3382). Gefordert wird ein aktueller Bericht zur Praxis der Anhörung von Kindern, insbesondere in rechtlichen und administrativen Verfahren. Inwieweit wird dieser Anspruch der UN-Kinderrechtskonvention eingehalten? Und wo gibt es diesbezüglich noch Handlungsbedarf? Für die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) ist es ein vordringliches Anliegen, dass Fortschritte in der Umsetzung des Rechts auf Meinungsäusserung und Anhörung von Kindern erzielt werden. Sie ersucht deshalb den Nationalrat, das Postulat zu überweisen.
  • Jugendliche und junge Erwachsene sind regelmässig von den negativen Folgen des übermässigen Konsums und der damit zusammenhängenden Verschuldung betroffen. Unter bestimmten Bedingungen erhalten heute bereits 14-Jährige eine eigene Kreditkarte. Zudem spricht die Kleinkredit-Werbung gerade auch Jugendliche an, welche noch nicht so geübt sind im Umgang mit Geld und Konsum. Deshalb braucht es ein Werbeverbot für Kleinkredite wie es die Pa. Iv. 10.467 fordert.
  • Am 18. März behandelt der Nationalrat die Stipendieninitiative des VSS (13.058). Für die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) ist es ein vordringliches Anliegen, die Ausbildungsbeiträge auf nationaler Ebene auszubauen. Sie ersucht deshalb den Nationalrat, auf den Gegenvorschlag einzutreten und die Verbesserungsvorschläge der WBK-N anzunehmen. Die EKKJ fordert eine Erhöhung der Bundesbeiträge, damit die Kantone Mindeststandards einhalten und so ein gerechteres System für die Jungen eingerichtet werden kann.

2013

  • Der am 26. November im Nationalrat (11.022) behandelte Text benachteiligt die Jungen, vor allem weil die zwischen dem 10. und 20. Altersjahr in der Schweiz verbrachten Jahre nicht mehr doppelt gezählt werden. Die Eidg. Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) plädiert für eine Anerkennung der Bedürfnisse der in der Schweiz lebenden Jugendlichen und einen erleichterten Zugang zu den Rechten und Pflichten des Schweizer Bürgerrechts.
  • Mit der Totalrevision des Alkoholgesetzes (12.020) bietet sich die Gelegenheit, stichhaltige und kohärente Massnahmen zum Schutz der Jugend in die Wege zu leiten. Diese Chance sollte genutzt werden. Deshalb lädt Sie die EKKJ ein, der Prävention einen zentralen Platz in der Revision einzuräumen, vor allem angesichts des problematischen Alkoholkonsums bei gewissen Jugendlichen. Dazu müssen insbesondere die Durchführung von Testkäufen, die Einschränkung der Erhältlichkeit und eine Preiserhöhung im Gesetz verankert werden. Die Förderung der Kompetenzen bei Jugendlichen sollte diese Massnahmen ergänzen.
  • In dieser Frühjahrssession kommt die Vorlage zur gemeinsamen Sorge (11.070) geschiedener und unverheirateter Eltern vor den Ständerat. Die EKKJ unterstützt die gemeinsame Sorge als Regel. Sie hofft, dass die Regelung hilft, für Kinder nachteilige Paarkonflikte zu entschärfen. Folgt aber der Ständerat einzelnen Anträgen seiner vorberatenden Kommission, droht die Revision die Rechte von Kindern unverheirateter Eltern grundlos massiv zu verschlechtern. Deshalb fordert die EKKJ, dass auch unverheiratete Eltern bei einer Trennung den Kinderunterhalt in einer Vereinbarung regeln und Kinder durch die Kindesschutzbehörden in ihrem Anspruch auf Herstellung des Rechtsverhältnisses zum Vater unterstützt werden.
  • In der Frühlingssession beginnt der Ständerat die Beratung der Totalrevision des Alkoholgesetzes (12.020). Eines der Hauptanliegen dieses Gesetzes ist ein verbesserter Schutz der Jugendlichen gegen die schädlichen Auswirkungen des Alkoholkonsums. Ohne sich bereits heute im Detail zu den in der Revision vorgeschlagenen Schutzmassnahmen zu äussern, weist die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen schon heute darauf hin, dass eine kohärente Jugendpolitik in diesem Zusammenhang eine unabdingbare Voraussetzung ist.

2012

  • Die EKKJ zeigt sich besorgt über die Diskussionen um eine mögliche Erhöhung der Studiengebühren. Sie hat die Verantwortlichen der ETH, der Universitäten und der Fachhochschulen auf die Risiken einer Erhöhung hingewiesen. Die EKKJ appelliert an Bund und Kantone, sich dafür einzusetzen, dass sich Kinder und Jugendliche nach ihren Fähigkeiten bilden können. Ohne Ausgleichssystem in Form eines erweiterten Stipendienwesens wäre der Zugang zur höheren Bildung durch eine Gebührenerhöhung gefährdet.
  • Das Kindeswohl prüfen und Kinder unverheirateter Eltern besser schützen | In der Herbstsession wird der Nationalrat die Weichen für die gemeinsame elterliche Sorge (11.070) stellen. Diese soll zum Regelfall werden, auch für Eltern, die sich trennen oder nicht verheiratet sind. Wenn Eltern nicht in der Lage sind, sich die Verantwortung zu teilen, werden auch künftig Gerichte und Kindesschutzbehörden regulierend eingreifen. Der EKKJ ist es ein Anliegen, dass dabei das Kindeswohl beachtet und gewahrt wird.
  • Dem Bedarf der Gemeinschaft gerecht werden… und die Erwartungen der Jungen erfüllen | Der Zivildienst und der Militärdienst müssen für die Gemeinschaft einen Mehrwert bringen, jedoch auch für die jungen Dienstabsolventen. Deshalb unterstützt die EKKJ die Motion 11.3362 – Zivildienst. Mehr Nutzen durch bessere Ausbildung. Die Motion beauftragt den Bundesrat, die Qualität der Ausbildung von zivildienstpflichtigen Personen zu steigern, besonders im Bereich der Pflege und Betreuung von Menschen.
  • In dieser Frühjahrssession kommt die vor fünf Jahren eingereichte Volksinitiative jugend+musik (09.095) zur Differenzbereinigung nochmals in die zwei eidgenössischen Räte. Obwohl über Musik reden etwa so ist, wie über Architektur zu tanzen (Zitat Frank Zappa), möchten wir dennoch das Wort zum Thema ergreifen. Das aktive Musizieren hat nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zahlreiche positive Wirkungen auf die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern. Die musikalische Bildung ist deshalb so bedeutend, weil sie den Menschen ganzheitlich berührt: Körper, Geist und Seele. So wirkt sie auf die Sprachentwicklung (kommunikative Kompetenz, Gedächtnisleistung, Konzentrationsfähigkeit), fördert Empathie, erzeugt Glücksgefühle und stärkt die Motivation.

2011

  • Kindern eine Stimme geben, ihnen zuhören und ihre Meinung berücksichtigen – darum geht es in Artikel 12 der Kinderrechtskonvention (KRK): Wie sieht nun dessen Umsetzung rund 15 Jahre nach der Ratifizierung der KRK aus? Und vor allem: Wie kann sie verbessert werden? Dazu publizierte die Eidg. Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) den Bericht „Kindern zuhören! Das Recht auf Meinungsäusserung und Anhörung“ und stellte ihn am 17. November 2011 der Öffentlichkeit vor.
  • Die Schuldner von Kleinkrediten werden immer jünger. Bereits 14-jährige können unter bestimmten Bedingungen Kunden von Kreditkarten werden. Und die Kleinkredit-Werbung lockt gerade Jugendliche als schwächste Glieder der Konsumkette mit ihren falschen Versprechungen in die Überschuldung. Mit der Pa. Iv. 10.467 von Josiane Aubert können sie dem ein Ende bereiten
  • In dieser Sommersession berät die Grosse Kammer als Zweitrat die Totalrevision des Bundesgesetzes zur Förderung der ausserschulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (10.087). Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates ist auf die Vorlage eingetreten, hat sie aber einer drastischen Schlankheitskur unterzogen. Bei dieser Diät bleiben Kernelemente und wichtige Ziele der Vorlage auf der Strecke: Die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fördern; die Zusammenarbeit in der Kinder- und Jugendpolitik verbessern. Um bei der Metapher zu bleiben: Aus Sicht der EKKJ kann hier von gesundem Körpergewicht keine Rede mehr sein.
  • In dieser Frühjahrssession kommt die Totalrevision des Bundesgesetzes zur Förderung der ausserschulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (10.087) in die Erstberatung. Die EKKJ ruft den Ständerat auf, seiner Kommission zu folgen und der sorgfältig vorbereiteten Vorlage zuzustimmen. Die EKKJ erwartet gleichzeitig ein klares Signal für ein stärkeres finanzielles Engagement des Bundes für die Förderung der ausserschulischen Arbeit mit Kindern und Ju-gendlichen.

2010

  • Im Zentrum der Bieler Tagung der EKKJ am 18. und 19. November 2010 stand Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention (KRK): Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Meinungsäusserung und Anhörung in allen Angelegenheiten, die ihr Leben betreffen. Rund 200 Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Praxis haben Vorschläge erarbeitet, wie man die mangelhafte Umsetzung dieses Rechts verbessern könnte. Im Herbst 2011 publiziert die EKKJ diese Anregungen zusammen mit weiteren Fachbeiträgen zum Thema, sowie politischen Empfehlungen.
  • In der Herbstsession entscheiden Sie über eine Verlängerung des Impulsprogramms für die familien-ergänzende Kinderbetreuung. Die EKKJ begrüsst die Anträge der vorberatenden Kommission des Ständerates, schulergänzende Angebote und den Ausbau bestehender Einrichtungen mit zu berück-sichtigen, sowie dem Nationalrat bei einem Verpflichtungskredit in der Höhe von 120 Millionen Franken zu folgen.
  • Der Ständerat behandelt am 1. Juni 2010 die Standesinitiative 06.301 BL, die eine Erhöhung des Strafmasses nach Art. 197 Ziff. 3bis StGB für den Konsum und Vertrieb von Kinderpornografie und anderer verbotener Pornografie verlangt. Nach Ansicht der EKKJ hat diese Massnahme alleine nur einen geringen Einfluss auf die Anzahl Fälle verbotener Pornografie. Zwei zusätzliche Massnahmen sind angezeigt.
  • In der Frühlingssession befasst sich der Ständerat mit Vorstössen zum Medienschutz(Standesinitiativen der Kantone Bern, St. Gallen und Tessin, Motionen zu Killerspielverboten). Die EKKJ begrüsst, dass sich die eidgenössischen Räte dem Jugendmedienschutz annehmen. Sie sieht jedoch nicht beim Strafrecht primären Handlungsbedarf, sondern bei einer generellen, der modernen Mediengesellschaft angemessenen Regulierung des Jugendmedienschutzes.

2009

  • Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) fordert, dass die Sanierung der Arbeitslosenversicherung (4. AVIG-Revision, Geschäft 08.062) nicht auf Kosten der jungen Arbeitslosen geht. Junge Erwachsene sind motiviert, engagiert und flexibel, aber sie haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Im Vergleich zum Oktober 2008 ist die Anzahl junger Arbeitsloser im Oktober 2009 um 72% gestiegen. Besonders betroffen sind 20- bis 24-Jährige. Hier betrug der Anstieg 76%. Bei den 25- bis 29-Jährigen nahm die Arbeitslosigkeit um 62,5% zu. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit bei jungen Menschen ist sprunghaft angestiegen: +157% bei einer Arbeitslosigkeit zwischen 7 und 12 Monaten! (Quelle: Statistiken SECO, Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung).
  • Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) ist besorgt über den konjunkturbedingten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Im August 2009 waren laut Statistiken des SECO 29’298 (5.3 %) 15- bis 24-Jährige arbeitslos, gegenüber 16’765 (3%) im August 2008. Das entspricht einem Anstieg von 74.8 %. Vor allem betroffen sind die 20- bis 24-Jährigen («Übergang II»). Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger also, die zum falschen Zeitpunkt in den Arbeitsmarkt einsteigen: wenn die Betriebe Stellen abbauen. Damit die Jugendlichen nicht dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden, braucht es Massnahmen, die sie eine Anstellung finden und ihre Kompetenzen während der Arbeitslosigkeit verbessern lassen.
  • Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) begrüsst den vom Bundesrat kürzlich verabschiedeten Bericht «Jugend und Gewalt - Wirksame Prävention in den Bereichen Familie, Schule, Sozialraum und Medien» . Positiv fällt schon der Titel auf. Die Rede ist von Jugend und Gewalt und nicht von Jugendgewalt. Denn die grosse Mehrheit der Jugendlichen ist nicht mit Gewaltproblemen konfrontiert. Aber eine Minderheit ist in der Tat Opfer von Gewalt und/oder übt Gewalt aus.
  • Während dieser Session debattiert der Nationalrat über die Motion 08.3449 der WBK-N, die namentlich die Verlängerung oder gar dauerhafte Implementierung des Impulsprogramms des Bundes im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung vorschlägt. Nach Ansicht der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) ist die frühe Kindheit für die körperliche und psychosoziale Entwicklung des Kindes entscheidend. Fehlende materielle Ressourcen sowie ungenügende Betreuung und erzieherische Unterstützung in dieser Lebensphase wirken sich ungünstig auf die Entwicklung des Kindes aus und können langfristig negative Folgen für Gesundheit, Bildungsmöglichkeiten oder soziale Eingliederung haben.

2008

  • Im Zentrum der „Bieler Tagung“ 2008 der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) stand die Jugendsexualität. Die Uni Basel hat für die EKKJ eine Studie durchgeführt. Haupt-erkenntnis: viele Jugendliche sind aufgeklärt, aber bei weitem nicht alle und keineswegs gut genug.
  • In dieser Session werden Sie die Revision des Vormundschaftsrechts beraten. Der Stände-rat folgte dem Entwurf des Bundesrates bereits in den wesentlichen Fragen. In einem zentra-len Punkt dieser Vorlage geht es um Struktur und Organisation der Behörden. Die EKKJ stellt eine hohe öffentliche Sensibilität für behördliche Fehlleistungen beim Kindesschutz fest. Im neuen Vormundschaftsrecht können sie die Voraussetzungen für Strukturen schaffen, die bessere Gewähr dafür bieten, dass Kindesschutzfälle früher erkannt und sicherer gelöst werden.
  • In dieser Session werden Sie über die Initiative 06.106 „für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz“ entscheiden. Die Debatte zur Legalisierung von Cannabis erhitzt schon seit mehreren Jahren die Gemüter und ist mit ein Grund, dass vor rund drei Jahren die Revision des Betäubungsmittelgesetzes gescheitert ist. Zusammen mit der ungelösten Revision ist die bereits damals „scheinheilige“ Praxis geblieben: Obwohl de jure verboten, wird der Cannabisgebrauch de facto ge-duldet. Mehr noch: Jeder dritte Jugendliche hat schon einmal Cannabisprodukte konsumiert. Das ge-setzliche Verbot hat des Weiteren nicht zu weniger Konsum geführt. Für die EKKJ ist es deshalb an der Zeit, diese unhaltbare Situation zu klären. Die Frage der Legalisierung darf nicht nochmals auf die lange Bank geschoben werden.

2007

  • Anstieg der Jugendgewalt, erneute Zunahme der Selbstmordrate bei unter 25-Jährigen, alarmierender Verschuldungstrend bei Jugendlichen, Verarmung von Familien, Zuwachs der jugendlichen IV-Bezüger, immer mehr süchtige Jugendliche, erschwerter beruflicher Einstieg für Jugendliche: Das von den Medien gezeichnete Bild der Kinder und Jugendlichen von heute stimmt nachdenklich, ja pessimistisch! Doch gestern wie heute beweisen uns Kinder und Jugendliche in der Schweiz, dass die meisten sich sehr wohl für ihre Zukunft interessieren und ihre Integration in die Gesellschaft selber in die Hand nehmen. Vorausgesetzt man schenkt ihnen das nötige Vertrauen.
  • Sie sind die Vergessenen der Armutsdebatte. Die 100'000 Kinder und Jugendlichen unter 25 Jahren, die rund 45% aller Sozialhilfeempfänger in der Schweiz ausmachen. 70'000 davon sind minderjährig. Ihre Eltern sind arbeitslos, sie leben mit alleinerziehenden Eltern, haben einen Migrationshintergrund oder wachsen mit mehr als zwei Geschwistern auf. Am stärksten betroffen sind Kinder und Jugendliche in den städtischen Agglomerationen.
  • Vorbemerkung: die aktuelle Ausgabe der 3 Minuten für die Jungen ist eine Reprise der vorherigen Nummer, da die darin angesprochene Motion von Rolf Schweiger statt in der Frühlingssession 2007 erst in der jetzigen Sommersession im Nationalrat behandelt wird. Die von Ständerat Rolf Schweiger eingereichte Motion 06.3170 wird dem Nationalrat nun in der Sommersession 2007 statt wie geplant in der Frühlingssession 2007 zur Abstimmung unterbreitet, nachdem der Ständerat deren Annahme beschlossen hat. Der Motionär stellt fest, dass Internetkriminalität, deren Opfer Kinder und Jugendliche sind, stark zugenommen hat. Er schlägt vor, die Strafnormen zu verschärfen und technische Massnahmen zu ergreifen, um Internetanbieter und -hoster, aber auch Eltern in die Pflicht zu nehmen. Der Bundesrat hat sich für eine Verschärfung des Strafgesetzes ausgesprochen, ist aber nicht bereit, zusätzliche Mittel bereitzustellen.

2006

  • In der Wintersession wird der Ständerat über die Motion 05.3713 der nationalrätlichen Kommission für Rechtsfragen beraten, die eine Überprüfung des Scheidungsrechts verlangt. Gegenstand dieser kleinen Revision sollen neben dem Vorsorgeausgleich auch die Kinderbelange sein. Zur Situation der Kinder im Scheidungsverfahren liegen neue und teilweise eingehende Untersuchungen vor. Die EKKJ empfiehlt dieser Motion zuzustimmen. Die zu prüfenden Massnahmen dürfen sich nicht auf formelle Korrekturen am Gesetzestext beschränken, beispielsweise bei der Zuteilung der elterlichen Sorge. Handlungsbedarf besteht nicht primär bei Gesetzesänderungen, sondern bei der Umsetzung des geltenden Rechts.
  • Die Herbstsession wird wichtige Entscheidungen im Bildungsbereich treffen. Der Stellenwert der Bildung im Finanzplan ist aus Sicht der EKKJ zentral. Ausreichende Mittel für die Bildung, Forschung und Innovation sowie die Entstehung eines einheitlichen Bildungsraums Schweiz bilden Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Entwicklung – gerade auch im Interesse der Zukunft der Kinder und Jugendlichen unseres Landes.
  • In der kommenden Session werden Sie über die Herabsetzung des Jugendschutzalters im Arbeitsgesetz zu entscheiden haben. Die EKKJ ist gegen eine Herabsetzung des Jugendschutzalters auf 18 Jahre. Die heutige Regelung ist differenziert und trägt der besonderen Situation Rechnung, in der sich Jugendliche befinden. Insbesondere schützt das bestehende Recht die duale Berufsausbildung. Die EKKJ appelliert deshalb an Sie, die Senkung des Jugendschutzalters abzulehnen oder zumindest dem Minderheitsantrag (Berset, Sommaruga) zuzustimmen, der die Auszubildenden von der Senkung des Jugendschutzalters ausnimmt.
  • Der Ständerat wird in der Frühlingssession 2006 über das Bundesgesetz über Massnahmen gegen Gewaltpropaganda und Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen abstimmen. Der Nationalrat hat das Gesetz bereits in der Wintersession 2005 verabschiedet. Ausgangspunkt bildet die Feststellung, dass Gewalt an sportlichen Grossanlässen stark zunimmt (z.B. Fussball, Eishockey). Mit dem Gesetz soll eine Reihe punktueller Massnahmen zur Gewaltbekämpfung eingeführt werden. Dies vor allem im Hinblick auf die Fussball-Europameisterschaft 2008 und die Eishockey-Weltmeisterschaft 2009.

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Das «3 Minuten für die Jungen» gibt einen Einblick in ein kinder- und jugendrelevantes Thema, das in der aktuellen Session des Schweizer Parlaments behandelt wird.